Der Pharmahersteller Merz investiert mehr als 100 Millionen Euro in den Ausbau seines Standorts in Dessau-Roßlau. Mit neuen Produktions-, Verpackungs- und Logistikkapazitäten reagiert das Unternehmen auf die weltweit steigende Nachfrage nach Neurotoxin-Produkten und stärkt zugleich den Industriestandort Sachsen-Anhalt. Die Investition gehört zu den größten aktuellen Industrieprojekten der Region und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Pharmaindustrie in Mitteldeutschland.
Dessau-Roßlau, 20. Juni 2026 – Der Ausbau des Merz-Standorts in Dessau-Roßlau geht in die nächste Phase. Bis zum Jahr 2028 will das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Euro in seine Produktions- und Logistikstrukturen investieren. Damit setzt der Pharmahersteller seinen langjährigen Wachstumskurs in Sachsen-Anhalt fort und baut einen der wichtigsten Standorte innerhalb seines internationalen Produktionsnetzwerks weiter aus.
Die Investition umfasst neue Fertigungs- und Verpackungskapazitäten ebenso wie den Ausbau logistischer Infrastruktur. Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist die Inbetriebnahme einer weiteren Verpackungslinie. Sie bildet einen Baustein eines deutlich größeren Investitionsprogramms, das die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig sichern und zusätzliche Kapazitäten für internationale Märkte schaffen soll.
Für Dessau-Roßlau ist das Vorhaben von besonderer Bedeutung. Der Standort zählt seit Jahren zu den wichtigsten Arbeitgebern der regionalen Pharmaindustrie und hat sich innerhalb der Unternehmensgruppe zu einem zentralen Produktionszentrum entwickelt.
Merz baut Produktionskapazitäten in Dessau-Roßlau aus
Hinter der Investition steht vor allem die steigende Nachfrage nach Neurotoxin-Produkten. Diese werden sowohl in der ästhetischen Medizin als auch zur Behandlung verschiedener neurologischer Erkrankungen eingesetzt. Weltweit wächst der Markt seit Jahren kontinuierlich, wodurch Hersteller ihre Produktionskapazitäten ausbauen müssen.
Für Merz spielt Dessau-Roßlau dabei eine Schlüsselrolle. Die dort produzierten Arzneimittel werden für zahlreiche internationale Märkte hergestellt und vertrieben. Mit den neuen Anlagen will das Unternehmen die Produktionsleistung erhöhen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit verbessern.
Darüber hinaus soll der Ausbau dazu beitragen, einzelne Prozessschritte stärker an einem Standort zu bündeln. Kürzere Wege zwischen Produktion, Verpackung und Logistik gelten als wichtiger Faktor für effizientere Abläufe in der pharmazeutischen Herstellung.
Teil einer langfristigen Wachstumsstrategie
Die aktuelle Investition kommt nicht überraschend. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Merz wiederholt erhebliche Mittel in den Standort investiert. Die nun angekündigten mehr als 100 Millionen Euro setzen eine Entwicklung fort, die den Standort Dessau-Roßlau schrittweise zu einem der wichtigsten Produktionszentren des Unternehmens gemacht hat.
Bereits 2024 nahm Merz eine neue sterile Abfülllinie in Betrieb. Das Investitionsvolumen lag damals bei rund 50 Millionen Euro. Die Anlage wurde geschaffen, um zusätzliche Produktionskapazitäten für internationale Märkte bereitzustellen und den steigenden Bedarf langfristig abzudecken.
Auch davor wurden mehrere Erweiterungsprojekte umgesetzt. Dazu gehörten neue Produktionsgebäude, zusätzliche Laborflächen sowie technische Anlagen für hochspezialisierte Fertigungsprozesse. Bereits 2019 hatte das Unternehmen rund 15 Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte für Dermalfiller investiert.
Über mehrere Ausbaustufen hinweg entstand so ein moderner Pharmastandort, dessen Bedeutung innerhalb der Unternehmensgruppe kontinuierlich gewachsen ist.
Ein wichtiger Impuls für Sachsen-Anhalts Wirtschaft
Die Investition besitzt weit über die Unternehmensgrenzen hinaus Bedeutung. Sachsen-Anhalt zählt zu den traditionsreichen Industriestandorten Deutschlands, steht aber wie viele Regionen vor der Herausforderung, industrielle Wertschöpfung langfristig zu sichern und neue Zukunftsbranchen auszubauen.
Die Pharmaindustrie gehört dabei zu den Bereichen mit besonderem Wachstumspotenzial. Unternehmen investieren regelmäßig in moderne Produktionsanlagen, Forschungseinrichtungen und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Der BioPharmaPark Dessau-Roßlau hat sich in diesem Umfeld zu einem wichtigen Industriecluster entwickelt.
Der Ausbau von Merz stärkt diese Entwicklung zusätzlich. Investitionen in dieser Größenordnung schaffen Planungssicherheit, erhöhen die Attraktivität des Standorts für Fachkräfte und festigen die Position der Region innerhalb der deutschen Pharmalandschaft.
BioPharmaPark als Industriestandort mit wachsender Bedeutung
Der BioPharmaPark in Dessau-Roßlau gehört zu den bedeutendsten Zentren der pharmazeutischen Produktion in Sachsen-Anhalt. Mehrere Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft sind dort angesiedelt.
Die vorhandene Infrastruktur, die industrielle Tradition der Region und die Nähe zu wissenschaftlichen Einrichtungen bieten günstige Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum. Vor diesem Hintergrund wird die Entscheidung von Merz, den Standort erneut massiv auszubauen, auch als Signal für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Industrieparks gewertet.
Während viele Unternehmen in Europa ihre Lieferketten neu organisieren und Produktionsstandorte strategisch überprüfen, setzt Merz damit bewusst auf den Ausbau bestehender Kapazitäten in Deutschland.
Dessau-Roßlau bleibt Herzstück der internationalen Produktion
Innerhalb der Merz-Gruppe nimmt Dessau-Roßlau seit vielen Jahren eine zentrale Stellung ein. Seit 2002 werden am Standort Produkte hergestellt, die weltweit vertrieben werden. Mit jeder Erweiterungsstufe ist die Bedeutung des Werks gewachsen.
Die aktuelle Investition soll diese Entwicklung fortsetzen. Neue Produktionslinien, moderne Verpackungstechnik und zusätzliche Logistikkapazitäten schaffen die Voraussetzungen dafür, dass das Werk auch künftig eine tragende Rolle innerhalb des internationalen Produktionsnetzwerks übernimmt.
Gleichzeitig steigt die Bedeutung des Standorts als Arbeitgeber. Die Herstellung pharmazeutischer Produkte erfordert hochqualifizierte Fachkräfte aus Bereichen wie Verfahrenstechnik, Qualitätsmanagement, Mikrobiologie und Automatisierung. Entsprechend wichtig sind kontinuierliche Investitionen in moderne Technologien und die Weiterentwicklung von Kompetenzen am Standort.
Pharmaindustrie als Wachstumsmotor der Region
Die Entwicklung bei Merz steht exemplarisch für einen breiteren Trend innerhalb der Branche. Die Pharmaindustrie gehört zu den wenigen Industriezweigen, die in den vergangenen Jahren trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten kontinuierlich investiert haben. Forschung, Produktion und hochspezialisierte Fertigungsprozesse schaffen Wertschöpfung mit vergleichsweise hoher Innovationskraft.
Davon profitieren auch Regionen wie Dessau-Roßlau. Investitionen in moderne Produktionsanlagen stärken nicht nur einzelne Unternehmen, sondern wirken sich auf Zulieferer, Dienstleister und den gesamten Wirtschaftsstandort aus.
Ein langfristiges Bekenntnis zum Standort Dessau-Roßlau
Mit dem angekündigten Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro setzt Merz ein deutliches Zeichen für die Zukunft seines Standorts in Dessau-Roßlau. Das Vorhaben reicht weit über die Erweiterung einzelner Produktionsbereiche hinaus und verdeutlicht die strategische Bedeutung des Werks innerhalb der Unternehmensgruppe.
Für Sachsen-Anhalt bedeutet die Entscheidung zusätzliche industrielle Stabilität in einer Schlüsselbranche. Für Dessau-Roßlau ist sie zugleich ein Beleg dafür, dass der Standort auch im internationalen Wettbewerb weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Während die Arbeiten in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, wächst damit zugleich die Bedeutung der Stadt als eines der zentralen Zentren der deutschen Pharmaindustrie.
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