Im Kreis Nordhausen hat die Getreideernte begonnen. Erste Flächen mit Wintergerste sind bereits abgeerntet, auch der Raps nähert sich der Erntereife. Die Bestände machen vielerorts Hoffnung auf eine ordentliche Saison – wie gut die Ernte tatsächlich ausfällt, wird sich jedoch erst in den kommenden Wochen zeigen.

Nordhausen, 16. Juli 2026. Auf den Feldern im Nordwesten des Landkreises läuft die Erntesaison an. Die Wintergerste ist auf ersten Flächen eingebracht, Mähdrescher und Transportfahrzeuge bestimmen zunehmend das Bild. Beim Raps steht der Drusch unmittelbar bevor. Für viele Betriebe beginnt damit die Phase, in der sich entscheidet, was Niederschläge, Temperaturen und die Arbeit der vergangenen Monate gebracht haben.

Die ersten Eindrücke fallen positiv aus. Nach ausreichend Regen seit Ende April haben sich zahlreiche Bestände stabil entwickelt. Auch die Weiden bieten vielerorts frisches Futter. Kälber können den Sommer im Freien verbringen, während auf den Äckern bereits die ersten Erntemengen erfasst werden.

Von einer außergewöhnlich guten Getreideernte im Kreis Nordhausen kann zu diesem frühen Zeitpunkt dennoch keine Rede sein. Die Wintergerste liefert lediglich die ersten Hinweise. Die wichtigste Kultur, der Winterweizen, steht noch weitgehend auf den Feldern. Auch bei Roggen, Triticale, Sommergerste und Raps fehlen belastbare Ergebnisse.

Die Getreideernte im Kreis Nordhausen beginnt mit Wintergerste

Wintergerste wird früher reif als die meisten anderen Getreidearten. Sie bildet deshalb traditionell den Auftakt der Erntesaison. Ihre Ergebnisse geben den Landwirten einen ersten Eindruck davon, wie das Pflanzenjahr verlaufen ist. Eine vollständige Prognose für die Getreideernte im Kreis Nordhausen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Die Unterschiede zwischen einzelnen Standorten können beträchtlich sein. Bodenqualität, Niederschlagsverteilung und Aussaatbedingungen wirken sich von Feld zu Feld unterschiedlich aus. Selbst innerhalb eines Betriebes kann ein Bestand gleichmäßig und kräftig gewachsen sein, während eine andere Fläche unter Trockenheit oder ungünstigen Bodenverhältnissen gelitten hat.

Entscheidend ist zudem nicht allein die Menge. Getreide wird nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen bewertet. Dazu gehören unter anderem Feuchtigkeit, Eiweißgehalt und das Gewicht der Körner. Diese Werte beeinflussen, ob sich eine Partie als Brot-, Brau- oder Futtergetreide vermarkten lässt – und welchen Preis ein Betrieb dafür erzielen kann.

Niederschläge verbessern die Ausgangslage

Die grundsätzlich zuversichtliche Stimmung passt zur Lage in anderen Teilen Thüringens. Nach Einschätzung der Landwirtschaftsverwaltung haben weitgehend ausreichende Niederschläge seit Ende April und durchschnittliche Temperaturen dazu beigetragen, dass sich viele Kulturen gut entwickelten.

Für die Pflanzen kamen die Regenfälle zu einem wichtigen Zeitpunkt. Sie unterstützten die Kornbildung und halfen den Beständen, frühere trockene Phasen auszugleichen. Auf den Weiden sorgte die Feuchtigkeit zugleich für neues Graswachstum. Das verbessert die Futtergrundlage für Rinder und Kälber, solange Hitze oder eine längere Trockenperiode das Wachstum nicht wieder bremsen.

Die Ausgangslage ist damit günstiger als noch zu Beginn des Frühjahrs befürchtet. Sie bleibt aber empfindlich. Starker Regen kann den Erntefortschritt verzögern und die Qualität des Getreides beeinträchtigen. Anhaltende Hitze wiederum lässt Pflanzen schneller abreifen und verkürzt das Zeitfenster für den Drusch.

Für die Getreideernte im Kreis Nordhausen werden die Wetterbedingungen der nächsten Wochen daher ebenso wichtig sein wie der bisherige Verlauf der Vegetationsperiode.

Beim Raps steht die eigentliche Bilanz noch aus

Neben der Wintergerste rückt der Raps in den Mittelpunkt. Erste Bestände im Landkreis sind reif oder stehen kurz vor der Ernte. Ob die Pflanzen ihre optisch gute Entwicklung in entsprechende Erträge umsetzen konnten, zeigt sich erst beim Dreschen.

Beim Raps zählt nicht nur die Menge der geernteten Körner. Auch der Ölgehalt spielt für die Vermarktung eine wesentliche Rolle. Die Pflanzen reagieren empfindlich auf Wetterextreme, insbesondere während der Blüte und der anschließenden Kornbildung. Deshalb können die Ergebnisse regional stark schwanken.

Eine positive Einschätzung einzelner Felder sollte nicht auf den gesamten Landkreis übertragen werden. Erst wenn eine größere Zahl von Flächen abgeerntet ist, entsteht ein belastbares Bild. Das gilt für Raps ebenso wie für die Getreidearten, die später folgen.

Thüringen bleibt ein bedeutendes Getreideland

Die Getreideernte im Kreis Nordhausen ist Teil einer landesweiten Erntesaison, die für Thüringens Landwirtschaft große Bedeutung hat. Nach der amtlichen Anbauprognose wachsen 2026 auf rund 339.900 Hektar Getreidekulturen. Das entspricht einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr.

Den größten Anteil nimmt erneut der Winterweizen ein. Er steht landesweit auf rund 178.700 Hektar. Wintergerste wächst auf etwa 74.700 Hektar, Sommergerste auf rund 30.600 Hektar. Hinzu kommen Dinkel, Triticale und Roggen. Winterraps wird auf annähernd 97.600 Hektar angebaut.

Kultur Anbaufläche in Thüringen 2026
Winterweizen rund 178.700 Hektar
Wintergerste rund 74.700 Hektar
Sommergerste rund 30.600 Hektar
Dinkel rund 14.100 Hektar
Triticale rund 8.300 Hektar
Roggen rund 6.300 Hektar
Winterraps rund 97.600 Hektar

Die Anbaufläche der Wintergerste wurde gegenüber dem Vorjahr deutlich erweitert. Beim Winterweizen blieb sie nahezu unverändert, während die Sommergerste an Fläche verlor. Diese Angaben zeigen, welche Kulturen auf den Feldern stehen. Über die tatsächlichen Erntemengen oder die Qualität sagen sie noch nichts aus.

Hohe Erträge lösen die wirtschaftlichen Probleme nicht

Für die Betriebe entscheidet sich der Erfolg der Saison nicht allein auf dem Feld. Selbst gute Erträge können durch niedrige Marktpreise und hohe Kosten entwertet werden. Diesel, Maschinen, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Energie und Personal belasten die Kalkulation.

Der Deutsche Bauernverband erwartet bundesweit bislang eine durchschnittliche Ernte. Die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft bleibt dennoch angespannt. Für viele Betriebe kommt es daher nicht nur darauf an, wie viele Tonnen Getreide sie einbringen, sondern zu welchem Preis sie ihre Ware verkaufen können.

Auch für die Getreideernte im Kreis Nordhausen gilt: Ein gut gefüllter Anhänger bedeutet noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Erst das Zusammenspiel aus Menge, Qualität und Vermarktung entscheidet über die Bilanz.

Kälber auf der Weide profitieren vom Futterangebot

Während auf den Äckern die Erntemaschinen arbeiten, verbringen Kälber den Sommer auf den Weiden. Nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen steht vielerorts ausreichend frisches Gras zur Verfügung. Die Tiere können sich bewegen und direkt auf der Fläche Futter aufnehmen.

Die Weidehaltung verlangt den Betrieben zugleich eine kontinuierliche Kontrolle ab. Wasserstellen müssen funktionieren, Zäune überprüft und die Futterflächen beobachtet werden. Wie lange eine Weide ausreichend Nahrung bietet, hängt stark vom Wetter und von der Bodenbeschaffenheit ab.

Bei längerer Trockenheit lässt das Graswachstum rasch nach. Dann müssen Landwirte zufüttern oder Tiere auf andere Flächen bringen. Die derzeit gute Entwicklung des Aufwuchses ist deshalb eine Momentaufnahme – ähnlich wie die ersten positiven Eindrücke von den Getreidefeldern.

Was zur Ernte im Kreis Nordhausen bereits feststeht

  • Die Getreideernte im Kreis Nordhausen hat auf ersten Flächen begonnen.
  • Wintergerste wurde im Nordwesten des Landkreises bereits gedroschen.
  • Erste Rapsbestände stehen unmittelbar vor der Ernte.
  • Ausreichende Niederschläge haben die Entwicklung vieler Pflanzen unterstützt.
  • Eine abschließende Bilanz zu Erträgen, Qualität und wirtschaftlichem Ergebnis liegt noch nicht vor.

Der entscheidende Teil der Ernte steht noch bevor

Der Auftakt im Landkreis Nordhausen macht vorsichtig Hoffnung. Die Wintergerste ist auf ersten Flächen eingebracht, der Raps wird reif, und die Bestände der späteren Kulturen wirken vielerorts stabil. Mehr lässt sich Mitte Juli noch nicht seriös sagen.

Besonders der Winterweizen wird darüber entscheiden, wie die Getreideernte im Kreis Nordhausen insgesamt ausfällt. Erst wenn auch Roggen, Triticale und die übrigen Kulturen gedroschen sind, lassen sich Erträge und Qualität verlässlich beurteilen.

Bis dahin bleibt die Saison offen. Auf den Weiden wächst das Futter, auf den Feldern rücken die Mähdrescher vor. Der Beginn ist vielversprechend – die eigentliche Bilanz schreiben jedoch erst die kommenden Erntewochen.

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