Im ALOHA in Osterode am Harz ist ein weiteres Kreativprojekt der Stadtjugendpflege abgeschlossen worden. Gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Ole Görgens gestalteten Jugendliche eine neue Wandfläche auf dem Gelände des Freizeitbades. Das Projekt steht exemplarisch für eine Entwicklung, bei der junge Menschen in Osterode zunehmend aktiv an der Gestaltung öffentlicher Räume beteiligt werden – mit sichtbaren Ergebnissen, die weit über ein einzelnes Kunstwerk hinausreichen.
Osterode am Harz, 27. Mai 2026
Zwischen Freizeitbad, Jugendtreff und öffentlichem Aufenthaltsraum ist im ALOHA in Osterode am Harz ein weiteres sichtbares Zeichen jugendlicher Beteiligung entstanden. Mehrere Jugendliche haben dort gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Ole Görgens eine neue Wandgestaltung umgesetzt. Organisiert wurde das Projekt von der Stadtjugendpflege Osterode am Harz.
Die Arbeit an dem Motiv erstreckte sich über mehrere Projektphasen. Zunächst wurden Ideen gesammelt, Skizzen entworfen und gestalterische Konzepte entwickelt. Erst danach begann die praktische Umsetzung auf der vorgesehenen Fläche im ALOHA. Nach Angaben der Stadt waren fünf Jugendliche direkt an der Gestaltung beteiligt.
Das neue Graffiti-Projekt ist dabei weit mehr als eine einzelne Kunstaktion. In Osterode setzt die Stadtjugendpflege seit geraumer Zeit verstärkt auf Beteiligungsformate, bei denen Jugendliche ihre Umgebung aktiv mitgestalten können. Öffentliche Räume werden dabei nicht nur genutzt, sondern sichtbar geprägt.
Graffiti-Projekt im ALOHA knüpft an frühere Aktionen an
Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Stadtjugendpflege mehrere kreative Projekte angestoßen. Besonders das Thema Graffiti rückte dabei stärker in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Ole Görgens wurden Workshops organisiert, bei denen Jugendliche nicht nur gestalterische Grundlagen lernten, sondern auch einen professionellen Zugang zur Street-Art-Kultur erhielten.
In den Kursen ging es nach Angaben der Organisatoren unter anderem um den sicheren Umgang mit Spraydosen, den Aufbau größerer Wandmotive und die Entwicklung eigener Gestaltungsideen. Gleichzeitig wurden legale Formen urbaner Kunst thematisiert – ein Aspekt, der in vielen Kommunen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die aktuelle Gestaltung im ALOHA gilt deshalb als Fortsetzung einer länger angelegten Entwicklung. Aus einzelnen Workshops sind inzwischen feste Projektstrukturen entstanden. Jugendliche, die zunächst erste Erfahrungen sammelten, arbeiten mittlerweile regelmäßig an neuen Motiven mit.
Jugendliche gestalten öffentliche Räume sichtbar mit
Das neue Wandbild im ALOHA zeigt zugleich, wie sich die offene Jugendarbeit in Osterode verändert hat. Kreative Projekte werden nicht mehr ausschließlich als Freizeitangebot verstanden. Sie dienen zunehmend auch als Instrument der Beteiligung.
Für die Jugendlichen bedeutet das, Verantwortung für gemeinsame Projekte zu übernehmen, Entscheidungen mitzutragen und eigene Ideen öffentlich sichtbar umzusetzen. Die Ergebnisse bleiben dauerhaft im Stadtbild präsent – nicht als kurzfristige Aktion, sondern als Teil eines langfristigen Entwicklungsprozesses.
Gerade Graffiti-Projekte eignen sich dafür offenbar besonders. Die Arbeiten verbinden kreativen Ausdruck mit Teamarbeit, Planung und handwerklicher Präzision. Gleichzeitig entstehen Flächen, die Jugendlichen einen erkennbaren Platz im öffentlichen Raum geben.
ALOHA wird zunehmend auch zum Ort der Jugendkultur
Das ALOHA Aqua-Land entwickelt sich seit einiger Zeit über seine ursprüngliche Funktion als Freizeit- und Badeeinrichtung hinaus. Rund um das Gelände wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte angestoßen, die gezielt auf Jugendliche ausgerichtet sind.
Dazu gehören Beteiligungsangebote ebenso wie Freizeitaktionen oder offene Treffpunkte. Die neue Graffiti-Fläche fügt sich in dieses Konzept ein. Sie verändert nicht nur das Erscheinungsbild des Geländes, sondern markiert zugleich einen Raum, der sichtbar von Jugendlichen mitgestaltet wurde.
Die Stadt verfolgt damit einen Ansatz, der in vielen Kommunen zunehmend diskutiert wird: Jugendliche sollen öffentliche Orte nicht ausschließlich konsumieren, sondern aktiv mitentwickeln können. In Osterode wird dieses Prinzip inzwischen an mehreren Stellen praktisch umgesetzt.
Kreativprojekte werden Teil langfristiger Jugendarbeit
Die Stadtjugendpflege setzt dabei bewusst auf Projekte mit Kontinuität. Statt einmaliger Veranstaltungen entstehen Formate, die sich über längere Zeit entwickeln. Das betrifft sowohl Ferienangebote als auch kreative Workshops und Beteiligungsmodelle.
Ein Beispiel dafür ist die Jugendbeteiligung Osterode am Harz, kurz JOHA. Über dieses Format werden Ideen gesammelt, Veranstaltungen organisiert und Projekte begleitet, die Jugendliche unmittelbar betreffen. Auch Freizeitangebote wie der Jugendferienpass wurden in enger Zusammenarbeit mit jungen Menschen entwickelt.
Die Graffiti-Projekte fügen sich in diese Struktur ein. Sie schaffen sichtbare Ergebnisse und gleichzeitig Räume für Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit. Dass daraus inzwischen feste Gruppen entstanden sind, gilt innerhalb der offenen Jugendarbeit als wichtiger Entwicklungsschritt.
Von ersten Workshops zu dauerhaften Projekten
Als die ersten Graffiti-Workshops organisiert wurden, standen zunächst technische Grundlagen im Vordergrund. Jugendliche lernten unterschiedliche Sprühtechniken kennen, arbeiteten mit Farbverläufen und entwickelten ein Gefühl für großflächige Gestaltungen.
Im Laufe der Zeit verschob sich der Schwerpunkt jedoch zunehmend auf gemeinschaftliche Projekte. Die Teilnehmenden entwickelten eigene Ideen, planten Motive zusammen und setzten diese anschließend als Gruppe um.
Die Arbeit an den Flächen erforderte dabei deutlich mehr als kreatives Talent. Viele Motive mussten vorbereitet, abgestimmt und technisch angepasst werden. Gerade größere Wandflächen verlangen eine präzise Planung – vom ersten Entwurf bis zur letzten Farbschicht.
Dass Jugendliche diesen Prozess inzwischen eigenständig mittragen, wird von der Stadtjugendpflege als wichtiger Erfolg bewertet.
Legale Street-Art gewinnt an Bedeutung
Auch der Umgang mit Graffiti hat sich in vielen Städten in den vergangenen Jahren verändert. Während Street-Art lange vor allem mit illegalen Aktionen verbunden wurde, setzen zahlreiche Kommunen inzwischen auf betreute und genehmigte Projekte.
Osterode folgt mit den Aktionen im ALOHA einem ähnlichen Ansatz. Die Jugendlichen arbeiten auf freigegebenen Flächen und werden fachlich begleitet. Dadurch entstehen legale Gestaltungsmöglichkeiten, die zugleich kreative Ausdrucksformen zulassen.
Für die Stadtjugendpflege steht dabei offenbar weniger das einzelne Kunstwerk im Mittelpunkt als der Prozess dahinter: Jugendliche sollen erleben, dass ihre Ideen sichtbar werden und öffentliche Räume mitprägen können.
Das aktuelle Graffiti-Projekt zeigt genau diese Entwicklung. Die Wandgestaltung ist nicht isoliert entstanden, sondern als Teil eines größeren Beteiligungskonzepts innerhalb der offenen Jugendarbeit.
Ein neues Selbstverständnis öffentlicher Jugendprojekte
Mit dem neuen Motiv im ALOHA wird sichtbar, wie stark sich Jugendprojekte in Osterode inzwischen verändert haben. Aus einzelnen Freizeitangeboten sind längerfristige Beteiligungsstrukturen entstanden, die Jugendliche aktiv einbinden und ihnen Verantwortung übertragen.
Das Graffiti-Projekt steht deshalb nicht nur für kreative Gestaltung, sondern auch für ein verändertes Verständnis öffentlicher Jugendarbeit. Jugendliche treten nicht mehr ausschließlich als Teilnehmer auf. Sie gestalten Räume mit, prägen das Umfeld sichtbar und hinterlassen Spuren, die dauerhaft Teil des Stadtbildes bleiben.
Dass dieser Weg in Osterode weitergeführt werden soll, zeichnet sich bereits ab. Die jüngste Gestaltung im ALOHA dürfte kaum das letzte Projekt dieser Art gewesen sein.


















