Das Josephskreuz bei Stolberg im Harz gehört zu den markantesten Aussichtsbauwerken Mitteldeutschlands. Der 38 Meter hohe Stahlfachwerkturm auf dem Großen Auerberg wird seit Jahrzehnten als „Eiffelturm im Harz“ bezeichnet und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Südharz. Besucher zieht vor allem die Verbindung aus außergewöhnlicher Architektur, weiter Fernsicht und der Lage mitten im Waldgebiet des Harzes an – ein Zusammenspiel, das den Aussichtspunkt bis heute zu einem der wichtigsten Ausflugsziele der Region macht.
Stolberg (Harz), 10. Mai 2026
Schon aus einiger Entfernung hebt sich das Josephskreuz über die bewaldeten Höhenzüge des Südharzes ab. Zwischen dichten Fichtenbeständen ragt die filigrane Stahlkonstruktion auf dem Großen Auerberg empor – schmal, geometrisch und für viele Besucher überraschend monumental. Wer den Turm zum ersten Mal sieht, versteht schnell, warum das Bauwerk seit Jahren als „Eiffelturm im Harz“ bekannt ist.
Das Josephskreuz gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sachsen-Anhalts und ist längst weit mehr als nur ein Aussichtsturm. Für Wanderer, Architekturinteressierte und Tagesgäste ist der Ort gleichermaßen Zielpunkt, Aussichtsbalkon und technisches Denkmal. Besonders an klaren Tagen zieht es zahlreiche Besucher auf den Höhenzug oberhalb von Stolberg, einer kleinen Fachwerkstadt im Landkreis Mansfeld-Südharz.
Der Weg dorthin führt durch typische Harzer Waldlandschaften. Schmale Wanderpfade verlaufen vorbei an moosbedeckten Steinen, Lichtungen und langen Anstiegen. Gerade diese Kombination aus Naturerlebnis und technischer Architektur macht den Reiz des Josephskreuzes aus. Anders als viele moderne Aussichtstürme wirkt das Bauwerk nicht wie ein Fremdkörper in der Landschaft, sondern wie ein historisches Wahrzeichen, das seit Generationen mit dem Harz verbunden ist.
Warum das Josephskreuz als „Eiffelturm im Harz“ bekannt wurde
Die Parallelen zum berühmten Wahrzeichen von Paris sind nicht zufällig. Das Josephskreuz entstand in einer Zeit, in der Stahlbauwerke in Europa als Ausdruck technischen Fortschritts galten. Der wenige Jahre zuvor eröffnete Eiffelturm hatte die Architekturwelt geprägt und beeinflusste zahlreiche Konstruktionen jener Epoche.
Auch beim Josephskreuz entschieden sich die Planer für eine offene Stahlfachwerkkonstruktion mit genieteten Verbindungen. Dadurch entstand die charakteristische Silhouette, die bis heute an den Pariser Turm erinnert. Zwar fällt das Bauwerk deutlich kleiner aus als sein weltbekanntes Vorbild, doch die technische Handschrift jener Zeit bleibt unverkennbar.
Besonders auffällig ist die Form des Turms. Das Josephskreuz wurde als sogenanntes Doppelkreuz errichtet und gilt als größtes eisernes Doppelkreuz der Welt. Die Konstruktion erreicht eine Höhe von rund 38 Metern und besteht aus tausenden genieteten Einzelteilen. Mehr als 100.000 Nieten halten die Stahlstruktur zusammen.
Der Turm ruht auf dem Großen Auerberg, einem der markantesten Höhenzüge im Südharz. Die Lage auf rund 580 Metern Höhe verschafft Besuchern eine außergewöhnlich weite Sicht über den Harz und angrenzende Regionen.
Die Geschichte des Aussichtsturms reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück
Die Ursprünge des Josephskreuzes reichen tief in die Geschichte des Harzes hinein. Bereits im 19. Jahrhundert entstand auf dem Großen Auerberg der Wunsch nach einem repräsentativen Aussichtspunkt. Der damalige Graf Joseph zu Stolberg-Stolberg ließ zunächst einen hölzernen Aussichtsturm errichten.
Dieser erste Turm basierte auf Entwürfen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel. Der Holzbau existierte jedoch nicht dauerhaft. Ein Blitzschlag zerstörte die Konstruktion später vollständig.
Die Entscheidung für einen Neubau aus Eisen fiel in einer Phase, in der moderne Stahlarchitektur europaweit an Bedeutung gewann. 1896 wurde das heutige Josephskreuz schließlich eingeweiht. Die Bauweise galt damals als technisch anspruchsvoll und setzte für die Region neue Maßstäbe.
Bis heute gehört der Turm zu den wichtigsten historischen Stahlkonstruktionen im Harz. Gleichzeitig entwickelte sich das Josephskreuz im Laufe der Jahrzehnte zu einem touristischen Wahrzeichen, das weit über Sachsen-Anhalt hinaus bekannt wurde.
200 Stufen bis zur Aussichtsplattform
Wer die Aussicht vom Josephskreuz erleben möchte, muss zunächst den Aufstieg bewältigen. Rund 200 Stufen führen über eine schmale Wendeltreppe nach oben. Einen Aufzug gibt es nicht. Gerade diese unmittelbare Nähe zur Stahlkonstruktion prägt jedoch das Erlebnis vieler Besucher.
Mit jedem Abschnitt öffnet sich der Blick stärker über die umliegenden Wälder. Durch die offenen Stahlstreben fällt Licht ins Innere des Turms, während Windgeräusche und das Knarren der Metallstruktur die besondere Atmosphäre verstärken.
Oben angekommen bietet die Aussichtsplattform einen weiten Rundumblick über große Teile des Harzes. Bei klarer Sicht sind zahlreiche markante Punkte der Region zu erkennen.
- der Brocken im Nationalpark Harz
- die Höhenzüge des Unterharzes
- der Kyffhäuser im Süden
- weite Waldlandschaften bis nach Thüringen
Gerade bei stabiler Wetterlage gehört der Ausblick vom Josephskreuz zu den eindrucksvollsten Panoramaerlebnissen im Südharz. Fotografen, Wandergruppen und Tagesgäste nutzen die Plattform regelmäßig als Aussichtspunkt für Landschaftsaufnahmen.
Ein Ausflugsziel für Wanderer und Tagesgäste
Das Josephskreuz ist eng mit dem Wandertourismus im Harz verbunden. Zahlreiche Wanderwege führen direkt zum Aussichtsturm, darunter bekannte Strecken des Harzer Wanderwegenetzes. Viele Besucher starten ihre Tour in Stolberg und erreichen den Großen Auerberg nach mehreren Kilometern durch Waldgebiete und leichte Anstiege.
Die historische Fachwerkstadt Stolberg profitiert touristisch seit Jahren von der Nähe zum Josephskreuz. Besucher verbinden den Ausflug häufig mit einem Rundgang durch die Altstadt oder einem Besuch des Schlosses Stolberg.
Anders als stark urbanisierte Tourismusorte wirkt die Umgebung des Josephskreuzes vergleichsweise ruhig. Große Hotelanlagen oder dichte Infrastruktur prägen die Region kaum. Genau dieser naturnahe Charakter gilt für viele Gäste als entscheidender Grund für einen Besuch.
Auch Familien nutzen das Gebiet regelmäßig für Tagesausflüge. Der Turm lässt sich mit unterschiedlich langen Wanderungen kombinieren und bleibt dadurch sowohl für geübte Wanderer als auch für Freizeittouristen erreichbar.
Das Josephskreuz als Symbol des Südharzes
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Josephskreuz zu einem der bekanntesten Wahrzeichen des Südharzes. Auf Postkarten, Tourismusbroschüren und regionalen Fotografien taucht die markante Stahlkonstruktion regelmäßig auf.
Besonders die Kombination aus Waldlandschaft und technischer Architektur verleiht dem Ort eine eigenständige Wirkung. Während viele Aussichtstürme in Deutschland modernisiert oder vollständig neu gebaut wurden, vermittelt das Josephskreuz bis heute den Charakter eines historischen Ingenieurbauwerks.
Vor allem bei wechselhaftem Wetter entsteht rund um den Turm eine besondere Atmosphäre. Nebelfelder ziehen zwischen den Baumkronen hindurch, während die Stahlstreben des Bauwerks aus der Waldlandschaft hervortreten. Im Winter verwandeln Schnee und Frost die Konstruktion regelmäßig in ein markantes Fotomotiv.
Die Region nutzt das Josephskreuz zugleich als touristischen Identifikationspunkt. Wanderveranstaltungen, saisonale Feste und Ausflugsempfehlungen beziehen sich häufig auf den Aussichtsturm.
Sanierungen sicherten den Erhalt des historischen Bauwerks
Wie viele historische Stahlkonstruktionen blieb auch das Josephskreuz nicht dauerhaft von Schäden verschont. Witterung, Rost und Materialverschleiß machten im Laufe des 20. Jahrhunderts umfangreiche Instandhaltungen notwendig.
Zeitweise musste der Turm sogar für Besucher gesperrt werden. Erst umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ermöglichten später die Wiedereröffnung. Heute steht das Josephskreuz unter Denkmalschutz.
Die Erhaltung des Bauwerks gilt in der Region als wichtiger Beitrag zum Schutz technischer Kulturdenkmäler. Gleichzeitig bleibt der Aussichtsturm ein zentraler Bestandteil des Tourismus im Südharz.
Regelmäßige Wartungen sorgen dafür, dass Besucher die Plattform weiterhin betreten können. Gerade bei historischen Stahlbauten spielen Korrosionsschutz und Stabilität eine zentrale Rolle.
Zwischen Naturerlebnis und Technikgeschichte
Das Josephskreuz vereint Eigenschaften, die im Harz nur selten in dieser Form zusammenkommen. Einerseits liegt der Aussichtsturm mitten in einer vergleichsweise ruhigen Waldregion. Andererseits steht dort eines der auffälligsten technischen Bauwerke des 19. Jahrhunderts in Mitteldeutschland.
Viele Besucher erleben genau diesen Gegensatz als besonderen Reiz. Nach längeren Wanderungen durch stille Waldabschnitte erscheint die filigrane Stahlkonstruktion plötzlich zwischen den Bäumen – sichtbar, aber dennoch eingebettet in die Landschaft.
Gerade für Architekturinteressierte bleibt das Josephskreuz deshalb mehr als nur ein Aussichtspunkt. Der Turm dokumentiert eine Phase, in der Stahlbauweise und Ingenieurskunst zunehmend das Erscheinungsbild Europas prägten.
Gleichzeitig bewahrt das Bauwerk bis heute seine touristische Funktion. Wer den Harz besucht, findet dort nicht nur eine historische Konstruktion, sondern einen Aussichtspunkt, der Naturerlebnis, Regionalgeschichte und Architektur miteinander verbindet.
Warum sich ein Besuch weiterhin lohnt
Der Harz verfügt über zahlreiche Aussichtspunkte, Wanderziele und historische Orte. Das Josephskreuz nimmt darunter jedoch eine besondere Stellung ein. Kaum ein anderes Bauwerk der Region verbindet technische Geschichte, markante Architektur und landschaftliche Lage in vergleichbarer Weise.
Hinzu kommt die ungewöhnliche Wirkung des Turms selbst. Die offene Stahlkonstruktion wirkt zugleich filigran und massiv, historisch und modern. Besonders aus der Distanz entsteht jener Eindruck, der dem Bauwerk seinen bis heute bekannten Beinamen eingebracht hat.
Für Besucher des Südharzes bleibt das Josephskreuz deshalb weit mehr als ein klassischer Aussichtsturm. Es ist ein Wahrzeichen der Region – und für viele Gäste einer jener Orte, die den Harz dauerhaft im Gedächtnis behalten lassen.


















