Herzberg am Harz. Seit Jahren wird im Südharz über eine bessere Radverbindung zwischen Herzberg und Sieber gesprochen. Offizielle Unterlagen zeigen: Die Strecke ist in Radverkehrskonzepten enthalten. Ein konkreter Baustart ist damit aber noch nicht belegt.

Im Kern geht es um die Verbindung Herzberg–Sieber–Königshof/Schluft an der L 521. Sie steht im niedersächsischen Radwegekonzept 2016 für Landesstraßen. Dort wird der Abschnitt mit einer Länge von 7,686 Kilometern geführt. Auch im Masterplan Zukunftsfähiger Radverkehr 2018 taucht die Strecke auf.

Für die Harzregion ist das Thema deshalb interessant, weil es nicht nur um eine einzelne Straße geht. Zwischen Herzberg am Harz und dem Ortsteil Sieber verläuft eine Verbindung, die für Alltagswege, Freizeitverkehr und touristische Routen im Südharz eine Rolle spielen kann. Gerade dort, wo Orte über Landstraßen miteinander verbunden sind, wird die Frage sicherer Radverbindungen schnell zu einem regionalen Infrastrukturthema.

Radweg im Südharz: Was offiziell bekannt ist

Belastbar belegt ist bisher vor allem der Konzeptstatus. Die Strecke Herzberg–Sieber–Königshof/Schluft ist als Maßnahme an der L 521 dokumentiert. Das zeigt: Die Verbindung ist in der Verkehrsplanung nicht unbekannt und wurde bereits in offiziellen Unterlagen berücksichtigt.

Gleichzeitig ist die Einordnung wichtig: Die Aufnahme in ein Radwegekonzept bedeutet nicht automatisch, dass der Bau kurzfristig beginnt. Aus den bislang vorliegenden Quellen ergibt sich kein gesicherter aktueller Baustart, kein verbindlicher Zeitplan und keine konkrete Kostenangabe für den Abschnitt Herzberg–Sieber.

Warum die Strecke für Herzberg, Sieber und den Harz wichtig wäre

Herzberg am Harz liegt am südwestlichen Rand des Harzes, Sieber gehört als Ortsteil zum Stadtgebiet. Eine bessere Radverbindung zwischen beiden Orten wäre damit nicht nur eine lokale Ergänzung, sondern könnte auch in die touristische und alltägliche Erschließung des Südharzes hineinwirken.

Der Harz lebt stark von erreichbaren Orten, Ausflugszielen und Routen. Gleichzeitig sind viele Verbindungen im Mittelgebirge durch Täler, Landstraßen und längere Wege geprägt. Ein sicherer Radweg kann in solchen Räumen mehr bedeuten als ein Freizeitangebot: Er kann Wege zwischen Ortsteilen planbarer und für Radfahrer attraktiver machen. Ob und wann das auf der Strecke nach Sieber tatsächlich umgesetzt wird, bleibt aber offen.

Noch offen: Zeitplan, Planungstiefe und Bauform

Mehrere zentrale Fragen lassen sich auf Grundlage der bisherigen Recherche nicht abschließend beantworten. Dazu gehören der aktuelle Planungsstand, mögliche Bauabschnitte, Fragen des Grunderwerbs, Umweltprüfungen und die konkrete spätere Führung der Strecke.

Auch die Bauform ist nicht gesichert. Aus den bekannten Unterlagen folgt nicht zwingend, dass die Verbindung vollständig als eigenständiger Radweg gebaut wird. Solange dazu keine neueren belastbaren Angaben vorliegen, sollte der Abschnitt nicht als bereits beschlossene Baumaßnahme dargestellt werden.

Nicht verwechseln: Der B-27-Radweg ist ein anderes Projekt

Im Raum Herzberg gibt es eine weitere offiziell belegte Radwegmaßnahme: An der B 27 zwischen Gieboldehausen/Auekrug und Herzberg ist ein Radwegneubau im Zusammenhang mit einer Fahrbahnerneuerung dokumentiert. Diese Maßnahme betrifft jedoch nicht die hier diskutierte Strecke Herzberg–Sieber an der L 521.

Für Leserinnen und Leser im Harz ist diese Trennung entscheidend. Ein belegter Radwegneubau in Richtung Herzberg heißt nicht automatisch, dass auch der Abschnitt nach Sieber unmittelbar gebaut wird. Beide Projekte müssen getrennt betrachtet werden.

Fazit für den Harz: Geplante Strecke sichtbar, Umsetzung offen

Der mögliche Radweg zwischen Herzberg und Sieber bleibt ein wichtiges Thema für den Südharz. Offizielle Unterlagen zeigen, dass die Strecke seit Jahren in Radverkehrskonzepten auftaucht. Das ist mehr als ein loses Gerücht, aber weniger als eine konkrete Bauzusage.

Für die Harzregion heißt das: Die Verbindung ist planerisch sichtbar und regional relevant. Ob daraus zeitnah ein neuer Radweg im Südharz wird, hängt jedoch von weiteren Schritten ab, die bislang nicht belastbar belegt sind.

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